Apr 292021
Toskana oder Prärie? Urlaubsfeeling im eigenen Garten

Für einen Garten wie aus der Prärie sind robuste Gräser und Blühstauden wesentlich. Typische Pflanzen gibt es sowohl für sandige als auch für eher lehmige Standorte. (Foto: BGL)

Reisen sind aktuell kaum möglich und es ist unklar, wie sich die Lage in den nächsten Monaten entwickelt. Wie oder ob Urlaub in anderen Teilen dieser Welt möglich sein wird, steht in den Sternen. Umso mehr sehnen sich die Menschen danach. Wie wäre es, den eigenen Garten so zu gestalten, dass der Traum vom Urlaubsfeeling hier wahr wird?

Lieblingsreiseziel: hinter dem Haus

„Natürlich wünschen sich viele einen Tapetenwechsel. Endlich mal wieder raus, neue Städte und Länder sehen, den Alltag hinter sich lassen … das kann der Garten zwar nicht genauso leisten“, meint Achim Kluge vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V. „Aber: Gestalterische Möglichkeiten sind vielfältig und je nach persönlichen Vorlieben und Lage, Topographie, Licht und Boden kann man sich das Flair des Lieblingsreiseziels durchaus nach Hause holen.“

Vorbild für einen Heidegarten sind die Heidelandschaften in Norddeutschland. Als Basis braucht es eher sandige Böden. (Foto: BGL)

Wenn ein spezielles Motiv die Gestaltung des Grundstücks beeinflusst und lenkt, spricht man von einem Themengarten. Von der Konzentration auf eine bestimmte Farbe oder Pflanzenart bis zur Fokussierung auf eine Region oder ein ganzes Land: Varianten gibt es viele. Dabei geht es weniger darum, Mitbringsel aus dem Urlaub aufzustellen. Vielmehr erschaffen Landschaftsgärtner*innen mit einer geschickten Pflanzenauswahl und -anordnung das authentische Bild einer Landschaft. Auch (landes-)typische Materialien und entsprechende Farben für Wege, Mauern oder Terrasse spielen eine entscheidende Rolle. Natürlich lassen sich auch Accessoires wie Skulpturen oder Amphoren integrieren, solange sie sich auf natürliche Weise einfügen.

Nordamerika oder lieber Italien?

Für einen Garten wie aus der Prärie sind robuste Gräser und Blühstauden wesentlich. Typische Arten und Sorten gibt es sowohl für sandigen Untergrund als auch für eher lehmige Standorte. Hier empfehlen sich Rutenhirse (Panicum virgatum), Reitgras (Calamagrostis acutiflora), Raublatt-Aster (Aster novae-angliae) und Purpurdost (Eupatorium purpureum). Die Pflanzen werden möglichst natürlich angeordnet, sodass sie die wilde Natur des nordamerikanischen Kontinents nachspüren lassen.

Wer sich eher die Toskana hinter das Haus wünscht, sollte stattdessen auf mediterrane Pflanzen setzen. Gut geeignet sind Kräuter und Duftpflanzen wie Rosmarin, Thymian oder Salbei. Dazwischen ragen schlanke Gehölze in den Himmel, die an Zypressen erinnern. „Die typischen Nadelbäume sind leider sehr frostempfindlich“, so Achim Kluge. „Besser geeignet sind hierzulande die Amerikanische Zypresse (Cupressus arizonica) „Fastigiata“ oder die Leyland Zypresse (Cupressocyparis leylandii) „Eisspitze“, die ähnlich aussehen.“ Neben Pflanzen geben Natursteinplatten, Terrakottafliesen und Kieswege dem Garten südländisches Flair.

Wer sich mediterranes Flair wünscht, sollte auf Kräuter und Duftpflanzen wie Lavendel, Rosmarin oder Thymian setzen. Natursteine geben dem Garten südländisches Flair. (Foto: BGL)

Licht- und Bodenverhältnisse beachten

Für welchen Themengarten man sich entscheidet, hängt nicht nur vom eigenen Geschmack ab. Darüber hinaus spielen auch die Lichtverhältnisse vor Ort und die klimatischen Ansprüche der Pflanzen eine wesentliche Rolle. „Aufgrund des Klimawandels sind die Durchschnittstemperaturen auch hierzulande gestiegen. Dennoch sollte man nicht dem Irrtum aufsitzen, wir hätten mittlerweile klimatische Bedingungen wie am Mittelmeer“, so Achim Kluge vom BGL. „Zwar müssen wir uns im Sommer auf längere Hitze- und Trockenperioden einstellen. Gerade im Frühjahr kommt es aber weiterhin zu Spätfrösten. Das hat natürlich Einfluss auf die hiesige Pflanzenwahl und Pflanz-Möglichkeiten.“

Ebenso wichtig ist die Bodenbeschaffenheit. Zwar ist mit professioneller Bearbeitung fast alles möglich. Dennoch ist es empfehlenswerter, bei der Planung die natürlichen Begebenheiten zu nutzen. So macht ein Heidegarten beispielsweise hauptsächlich in Regionen mit eher sandigen Böden Sinn, während sich eine mediterrane Gestaltung mit Zitrusfrüchten auch bei schweren Böden verwirklichen lässt. Hier ist wichtiger, dass das Klima mild ist.

Am besten holt man sich daher von Anfang an eine*n Landschaftsgärtner*in mit ins Boot. Der Profi kann fachlich dazu beraten, was auf dem eigenen Grundstück umsetzbar ist, welche Pflanzen dort am besten wachsen und wie man ein möglichst authentisches Gartenbild schafft.

Weitere Informationen: mein-traumgarten.de.


(Text + Fotos: BGL, 29.04.2021)

Kräuterfee Karin Myria

Hier schreibt Karin Myria - Kräuterfee, Medizinfrau, Mystikerin, Coach, Fachautorin und Speakerin. Vor rund 30 Jahren habe ich meine Begeisterung für Wildkräuter und Heilpflanzen entdeckt. Begonnen habe ich mit der Aromatherapie und der Herstellung von Naturkosmetik, später kam die Wildkräuter- und Heilpflanzenkunde hinzu. Seit 2012 gebe ich Wildkräuter- und Jahreskreis-eWorkshops. ~ Besuche mich gerne auch auf meiner Haupt-Website: www.karin-myria-pickl.com. Ich freue mich!


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