
Wer Pflanzen kauft, liest auf dem dazugehörigen Papierschild neben dem geläufigen, umgangssprachlichen Namen meist auch einen botanischen. Wer sich schon immer gefragt hat, was es damit auf sich hat und was die lateinischen Begriffe bedeuten, findet Antworten im Buch „Gärtner-Latein“ vom englischen Gartenbuchautoren Richard Bird.
In seinem unterhaltsamen Nachschlagewerk erfährt der Leser, dass es die manchmal kaum auszusprechenden botanischen Pflanzennamen deshalb gibt, damit sich die Gewächse eindeutig benennen lassen. Egal, wo man sich auf der Welt befindet – mit lateinischen Namen wie Rosa, Malus und Acer, wissen Gärtner der verschiedensten Länder und Sprachen, dass man von den Gattungen der Rosen, Apfelbäume und Ahornen spricht.
Daneben gibt es Artbezeichnungen, die sich häufig auf hervorstechende Eigenschaften der Pflanzen beziehen. Diese behandelt Bird ausführlich und erklärt, welche Wörter bestimmte Farben, Formen oder Herkunftsländer ausdrücken.
Das handliche Buch kann zum nützlichen Begleiter beim nächsten Pflanzeneinkauf werden und dabei zu verblüffenden Erkenntnissen führen. Zum Beispiel hat die Artbezeichnung sylvestris nichts mit der feuchtfröhlichen Nacht vor Neujahr zu tun, sondern verrät, dass die Pflanze ursprünglich im Wald beheimatet ist. Revolutus steht nicht, wie man meinen könnte, für einen besonders eigensinnigen Habitus, sondern für eine nach hinten gerollte Wuchsform und depressus nicht für eine traurige Aura, sondern für eine abgeflachte Blattform.
Richard Bird
Gärtner-Latein
DVA, 2016
144 Seiten, 12,8 x 19,8 cm, mit zahlreichen Illustrationen, gebunden
ISBN: 978-3-421-04033-6
Preis: 14,99 Euro
(Text + Cover: DVA / Grünes Presseportal, 11.01.2017. Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.)
